Mein Studium war für mich nicht mehr finanzierbar, deshalb bin ich froh, dass ich jetzt bei meinem bisherigen Arbeitgeber, wo ich bislang als Aushilfe im Lager gearbeitet habe, eine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung beginnen werde. Bis es im August soweit ist, arbeite ich seit 2 Wochen im Büro und lerne dort schonmal, was während der Ausbildung so auf mich zukommt.
Eine wichtige Sache davon ist Perl. Zwar konnte ich während meines Studiums und auch privat bereits einige Erfahrungen im Programmieren sammeln, allerdings vorrangig in PHP und C++. Von Perl hatte ich bis dahin nur gehört. Und zwar nicht viel Gutes. Vor allem die regulären Ausdrücke (ja, die gibts auch in PHP, sind dort aber nicht so elementar wie in Perl) bereiten mir immer noch Kopfschmerzen.
Perl mag eine mächtige Skriptsprache sein, aber die vielen verschiedenen Varianten, wie man etwas schreiben kann, wirken vor allem am Anfang eher verwirrend. Und gerade, wenn man ein bisschen durchsteigt, kommen Eigenheiten von Windows in die Quere – das Buch, mit dem ich lerne, baut auf Linux auf. Wo wir beim nächsten Thema wären.
Damit ich besser mit dem Buch arbeiten konnte und etwas weniger umständlich an eine gute Perl Entwicklungsumgebung komme, habe ich mich durchgerungen, mal wieder Linux auf meinem Rechner zu installieren. Zwei Tage hat es gedauert, bis ich ein Backup von allen wichtigen Dateien gemacht hatte (denkste, meine halbe MP3 Sammlung ist flöten gegangen -> nächstes mal mehr Hirn…) und Linux und Windows 7 installiert hatte. Denn einfach auf einem Raid 0 Platz machen, indem man die NTFS Partition verkleinert und dort dann Linux (Ubuntu 10.04) zu installieren ist nicht. Der Ubuntu Installer kommt damit nicht klar, selbst mit Gefrickel nicht.
Also noch mehr Backup und Raid 0 auflösen, Windows auf Platte 1 installieren, Linux auf Platte 2. Damit sind zumindest die Grundlagen geschaffen. Den nächsten Tag habe ich dann damit verbracht, Windows einzurichten. Virenscanner, Spybot, Chrome/Firefox, PDF Reader, 7-zip, Divx, EVE, WoW… die Liste ist lang, ihr kennt das ja. Danach war Linux an der Reihe.
Eines vorweg: Wenn ich 2 EVE Clients gleichzeitig starten könnte, dann würde ich auf Windows verzichten bzw. dem einen wesentlichen kleineren Platz auf der Platte reservieren – für alle Fälle sollte man dann doch ein Windows in der Hinterhand haben. Wer weiß, was mich in der Ausbildung noch erwartet.
EVE läuft, WoW läuft (mit der kleinen Einschränkung, dass LUI v3 nicht funktioniert) und ich habe meine Perl Umgebung. Selbst Chrome gibt es für Linux. Ok, DivX Videos schauen ist ein bisschen Gefrickel, weil die Codecs bzw. die Player ein bisschen zicken. Aber das ist eher zweitrangig. Das einzige, was ich wirklich täglich von Windows 7 vermisse ist dieses nette Feature, das es erlaubt ein Fenster einfach an einen Rand zu ziehen, woraufhin das Fenster die Hälfte der jeweiligen Seite belegt. Denn ein “Fenster nebeneinander anordnen” kennt Linux nicht. Zumindest weiß ich momentan noch nicht, wie das gehen soll. Selbst wenn: so komfortabel wie in Windows 7 wird es sicher nicht gehen.